PFT in Klärschlämmen

Klärschlämme aus kommunalen Abwasserreinigungsanlagen werden in Deutschland überwiegend in der Landwirtschaft als Düngemittel verwertet. Nachdem in einer Trinkwassertalsperre sowie im Grundwasser perfluorierte Tenside (PFT) aufgrund der Ausbringung von PFT-belasteten Klärschlämmen nachgewiesen wurden, erfolgte eine Beschränkung der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung. Derzeit dürfen nur Klärschlämme mit einem maximalen PFT-Gehalt von 0,3 mg/kg TS einer landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt werden. Höher belastete Schlämme sind einer Verbrennungsanlage zuzuführen, woraus sich erhebliche Mehrkosten für die Abwasserbeseitigung ergeben.

Für Betreiber von Kläranlagen besteht aus Kostengründen nunmehr der Zwang, die Verursacher der PFT-haltigen Einleitungen zu ermitteln. Anderenfalls sind erhebliche Gebührenerhöhungen für die Abwasserbeseitigung unvermeidlich.

PFT sind u.a. Bestandteil von Trenn- und Gleitmittel, Schaumlöschmittel, hydrophobierenden Imprägniermitteln. Oft liegt die Konzentration der PFT unterhalb der Deklarationsgrenze für die EU-Sicherheitsdatenblätter, so dass auch vom Anwender einer PFT-haltigen Zubereitung nicht ohne weiteres das Vorhandensein von perfluorierten Tensiden erkannt werden kann.

Im Zusammenhang mit mehreren Schadensfällen die aus der Einleitung von PFT-haltigen Abwässern resultieren wurde ein einfaches Verfahren zum Nachweis auch von chargenweise erfolgenden Ableitungen PFT-haltiger Abwässer entwickelt und bei mehreren Schadensfällen erfolgreich zur Verursacherermittlung eingesetzt.

Interessante Publikationen zu diesem Thema:
Günther, T., M. Strauss, J.B.Kopp, R. Hartmann (2009): Identifizierung und Verminderung der PFT-Belastung im Klärschlamm der Kläranlage Hann.Münden und Hedemünden. - Korrespondenz Abwasser, Abfall, 56(7):690-695.

Günther, T., M. Strauss, J.B.Kopp, R. Hartmann (2009): Auf der Suche nach PFT-Quellen. UmweltMagazin 9/2009:31-33, Springer-Verlag.