Innenraumschadstoffe – Problem von Alt- und Neubauten

Innenraumschadstoffe aufgrund der früheren Verwendung, z.B. von ausgasenden Holzschutzmittels auf der Basis von Pentachlorphenol und Lindan, ausgasende Fugendichtmassen oder Deckenplatten mit PCB oder formaldehydhaltige Spanplatten sowie Asbest in Form von Rohrleitungen, Fensterbänken oder Fassadenplatten sind das Problem vorwiegend älterer Objekte, die vor 1980 erbaut oder saniert wurden. Auch in Neubauten gibt es jedoch eine Vielzahl von ausgasenden Stoffen, die maßgeblich zum sog. sick-building Syndrom beitragen. Gerade die hohe Anzahl der neuartigen Klebstoffe, Anstrichmittel und Textilbeläge macht die Ursachenermittlung von allergieauslösenden oder reizenden Stoffen oft sehr schwierig. Ein erster Schritt zur Lokalisierung der Schadstoffquellen ist die genaue Identifikation des Schadstoffes. Wir setzen hierzu u.a. ein im Spurenbereich hochempfindliches Messverfahren (Gaschromatographie/Massen­spektro­metrie, GC/MS) ein, welches wir mit einer elektronischen Datenbank gekoppelt haben. Hierin sind mehr als 190.000 Einzelverbindungen enthalten. Hierüber können wir die unbekannten Substanzen der entnommenen Luftprobe  welche wir mit den unbekannten Substanzen der Luftprobe vergleichen können.

Eine deutliche Steigerung zeigen die Probleme mit Schimmelpilzen. So führen die Modernisierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre zur Optimierung der Wärmedämmung auch häufig zu plötzlich auftretenden Schimmelpilzbelastungen. Zur Erfassung der aktuellen Schimmelpilzbelastung, aber auch der Überprüfung der Wirksamkeit der getroffenen Sanierungsmaßnahmen werden von uns Raumluftmessungen mittels Luftkeimsammler ausgeführt. Bei der Schimmelpilzbestimmung und der Quantifizierung arbeiten wir eng mit der Humanmedizin der Universität Göttingen zusammen, was stets einen aktuellen Forschungsbezug sichert.

Die Verarbeitung von Kunststoffweichmachern in Lacken und Farben, in Vinyltapeten und Teppichbelägen führt zu einer vermehrten Freisetzung von östrogen wirksamen Substanzen aus der Klasse der Phthalate. In vielen Fällen sind diese Phthalate auch verantwortlich für das sog. Fogging, einer innerhalb weniger Tage auftretenden plötzlichen Schwärzung von Wänden und Fensterflächen. Im Rahmen der Berufung unseres Geschäftsführers in die Kommission zur Reinhaltung der Luft im VDI arbeiten wir aktiv an der Erstellung einer Norm zur Erfassung und Quantifizierung dieser Luftschadstoffe mit. Der Weißdruck der Norm zur Phthalatmessung wurde im Jahr 2012 veröffentlicht. Aktuell läuft die Erarbeitung einer Norm zur Bestimmung von Carbonsäuren in der Innenraumluft.

Für Asbest und künstliche Mineralfasern führen wir nicht nur normgerechte Luftprobenahmen aus und führen Freimessungen durch, praxiserfahrene Asbestsachkundige beraten bei der Dringlichkeit von Sanierungsmaßnahmen und übernehmen auch die gesamte Sanierungsplanung und Bauleitung. So wurden unter unserer Koordination und Bauleitung neben Heizwerken, großen Fassadenflächen u.a. mehrere Universitätsinstitute, teilweise im laufenden Betrieb von Asbest befreit.